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Das CASCADE Neutronendetektorprojekt wurde
in den vergangenen Jahren innerhalb eines jungen und dynamischen
Teams aus Diplomanden, Doktoranden und Postdocs aufbauend auf
Synergien eines breit gefächerten Forschungsspektrums am
Physikalischen Institut realisiert. Sowohl im Bereich moderner
Gasdetektoren als auch durch die Anwendung hochintegrierter
Ausleseelektronik des gemeinsamen ASIC-Labors
konnten völlig neue
Möglichkeiten für den Bau von Neutronendetektoren erschlossen
werden. Die Lösung der oft beschworenen Detektorkrise bei
Neutronenapplikationen ist heute damit greifbar nahe.
Das Projekt umfaßt eine Vielzahl von Aufgabenstellungen und Arbeitsmöglichkeiten:
von der Simulation des Detektorkonzeptes, über den Bau und den Test der Prototypen,
bis hin zur Datennahme und deren sorgfältiger Auswertung. Ein weiterer Schwerpunkt
ist die Weiterentwicklung, die Programmierung und Ansteuerung der hochintegrierten
Elektronik, welche bei der Auslese des Detektors zum Einsatz kommt.
Auf allen Teilgebieten werden dabei sowohl technische Fertigkeiten (z. B.
ein Werkstatt-Kurs, Programmierkenntnisse, elektronische
Datenerfassung und softwarebasierte Ansteuerung)
als auch ein hohes Maß an selbständiger Organisationsfähigkeit benötigt und trainiert. In den
meisten Fällen ist es möglich, ein den persönlichen
Vorlieben entsprechendes Teilprojekt zu definieren und
dieses als Diplomarbeit zu vergeben. Die folgenden hier präsentierten
Teilprojekte geben einen Überlick über Art und Umfang
einer Diplom- oder Staatsexamensarbeit.
Die weiter unten aufgeführten Projekte für eine Mini-Forschungsarbeit können meist
auch im Rahmen einer späteren Diplom- oder Staatsexamensarbeit weitergeführt werden.
| Wenn Sie Interesse an einem Projekt haben, so wenden Sie sich bitte jederzeit per E-Mail an uns oder schauen einfach in einem unserer Labors vorbei. |
Diplomarbeiten zu vergeben
Thema: Entwicklung eines hochratentauglichen Detektor-Systems
für die neueste Generation von Neutronenquellen
Kurzbeschreibung: Ziel des Projektes ist der
vollständige Aufbau eines kompletten Detektor-Systems zum
effizienten und 2D-ortsaufgelösten Nachweis von thermischen
Neutronen.
Innerhalb einer Messkampagne an einem Forschungsreaktor
wie dem ILL in Grenoble/Frankreich sollen dann alle Parameter des
Detektors vermessen werden mit dem Ziel einer vollständigen
Charakterisierung desselben und damit eines umfassenden
Verständnisses für die zu Grunde liegenden Prozesse.
Interessierten ForscherInnen bietet dieses Projekt innerhalb unserer
Forschungsgruppe alle Phasen eines physikalischen Experimentes: von
der Planung über die Entwicklung und den Aufbau bis hin zur
Datennahme und deren sorgfältiger Auswertung.
Bei zügigem Voranschreiten der Arbeit steht ab Ende 2007 die
Überarbeitung der Datenauslese an, um die Hochratentauglichkeit des
Detektorsystems noch einmal um einen Faktor 10 auf ein neues
Rekordniveau zu heben. Hierbei wird der zur Zeit speziell für die
Neutronenphysik neu entwickelte ASIC-Chip (DETNI) erstmalig zum Einsatz kommen.
Thema: Entwicklung und Programmierung modernster Ausleselektronik
für die neueste Generation von Neutronendetektoren
Kurzbeschreibung: Ziel des Projektes ist die
Weiterentwicklung und Programmierung unserer neuen
Ausleseelektronik, die hochintegrierte ASIC-Chip-Technologie mit
einem programmierbaren FPGA (= Field Programmable Gate Array)
kombiniert.
Die Ansteuerung des ASIC-Chips, die Programmierung des FPGA's (=
Field Programmable Gate Array), in dem die Rohdaten aufgearbeitet
werden, die Adressierung von 1GByte DDR-RAM, welches 256 Mio. frei
konfigurierbare Zähler zur Verfügung stellt, als auch die
ungestörte Datenkommunikation über 1 Gigabit-Ethernet und 10-Gigbit-Ethernet
mit dem Mess-PC müssen weiterentwickelt und auf
die Anforderungen der Experimente mit Neutronen angepasst werden.
Basierend auf dem Know-How der gesamten Arbeitsgruppe und
unterstützt durch die Elektronische Werkstatt des Instituts werden
die erforderlichen Kenntnisse in einer HDL (= Hardware Description
Language, hier konkret VHDL), wie sie auch bei der Entwicklung von Chips und
elektronischen Systemen in der Industrie zum Einsatz kommt, für die
Programmierung der elektronische Datenerfassung vermittelt.
Die Diplomarbeit richtet sich besonders an StudentInnen mit
Interesse an Digitalelektronik und an solche, die es endlich mal an
einem konkreten Problem erlernen wollen.
Staatsexamensarbeiten zu vergeben
Thema: Aufbau eines weiteren FP-Versuchs zur Neutronenphysik
Kurzbeschreibung:
Aufgabe der zu vergebenden Staatsexamensarbeit ist der
Aufbau eines weiteren Versuchs zur Neutronenphysik für das
Fortgeschrittenen-Praktikum (F17). Dabei soll
der Aufbau die Messung der kritischen magnetischen Streuung von
Neutronen an Eisen (Ferromagnet) bei dessen Durchgang durch den
Curiepunkt ermöglichen. Dazu gehört ebenso die notwendige
Optimierung von Teilen des Versuchs, die sich bei der Durchführung
mit ersten Praktikanten als notwendig erweisen sollten. Weitere
Informationen zur kritischen magnetischen Streuung an Eisen und zum
geplanten Versuchsaufbau findet man in der Staatsexamensarbeit von
Nicole Thake (ps-File, gezippt, 1.15 MB).
Projekte für Mini-Forschung zu vergeben (1, 2)
Thema: Aufbau und Kalibration eines Photometers
Kurzbeschreibung:
Technikbegeisterten und „Bastler-Innen“ bieten
wir innerhalb unserer Arbeitsgruppe die Mitarbeit an einem im Aufbau
befindlichen Photometer-system an. Das Photometer soll automatisiert
Messungen zur op-tischen Bestimmung von Dünnfilm-Schichtdicken durchführen.
Nach dem Aufbau sollen mit Hilfe der Spektren von Proben mit bekannter
Beschich-tung die notwendigen Kalibrations-faktoren bestimmt werden. Diese
werden für die routinemäßige Schicht-dickenbestimmung mit dem Photo-meter
benötigt.
Thema: Bau eines Referenzdetektors zur absoluten Bestimmung von Nachweiseffizienzen
Kurzbeschreibung:
Interessierten ForscherInnen, die schon immer mal in den
Fußstapfen der Herren Geiger und Müller testweise laufen wollten,
bieten wir als kleines Projekt innerhalb unserer
Forschungsgruppe den Aufbau und Test eines Gasdetektors an.
Basierend auf modernster GEM-Technologie soll dieser Detektor in
Zukunft als Referenzsystem zur absoluten Bestimmung der
Nachweiseffizienz von Neutronendetektoren eingesetzt werden.
Thema: Bestimmung der absoluten Gamma-Sensitivität eines Detektors
Kurzbeschreibung:
Mit Hilfe einer relativen Messung zwischen den beiden
beim Zerfall von 22-Na entstehenden Annihilationsphotonen, soll die
absolute Gamma-Untergrundsensitivität der neuesten Generation von
Neutronendetektoren bestimmt werden. Die Arbeit findet innerhalb
unserer Arbeitsgruppe statt, wobei im Vordergrund das Erlernen und
Anwenden von physikalischen Messmethoden stehen als auch die
sorgfältige Auswertung und Analyse der gewonnenen Daten.
Thema: Charakterisierung eines Gasdetektors
Kurzbeschreibung:
In vielen Bereichen der Teilchenphysik (z.B. LHC) spielen
Gasdetektoren eine ganz entscheidende Rolle beim Aufbau der
komplexesten Detektorsysteme (z.B. ALICE). InteressentInnen an der
(Gas-)Detektorphysik bieten wir ein Projekt innerhalb
unserer Arbeitsgruppe an. An einem konkreten Beispiel sollen alle
Parameter und Vorgänge in einem modernen Gasdetektor vermessen
werden mit dem Ziel einer (vollständigen) Charakterisierung
desselben und einem tieferen Verständnis für die zu Grunde liegenden
Prozesse.
Ansprechpartner
|
Dr. Martin Klein Zimmer: 101 Albert-Überle-Straße 3-5 D-69120 Heidelberg Tel.: +49 (0) 6221 / 549 376 Fax: +49 (0) 6221 / 549 343 martin.klein@physi.uni-heidelberg.de |
Prof. Dirk Dubbers Zimmer: 162 Albert-Überle-Straße 3-5 D-69120 Heidelberg Tel.: +49 (0) 6221 / 549 383 Fax: +49 (0) 6221 / 549 343 dubbers@physi.uni-heidelberg.de |
